TOUCHSCREEN-TECHNOLOGIEN IM VERGLEICH

Touchscreen ist nicht gleich Touchscreen: Es gibt nämlich unterschiedliche Techniken, die einen Touchscreen erst zu einem solchen machen. Häufig verwendet werden die resistive und die kapazitive Technologie. EIZO nutzt aber auch die SAW-Technik (Surface Acoustic Wave). Alle haben ihre Vorteile und sollten auf das jeweilige Einsatzgebiet abgestimmt werden. Wir erklären das gerne ausführlicher und vergleichen sie miteinander in einer informativen Tabelle.

Resistive Touchscreens

Resistive Touchscreens reagieren auf Druck. Wird auf dem Bildschirm eine Stelle gedrückt, wird diese durch eine leitfähige, konduktive Schicht ermittelt und eine Interaktion wird ausgelöst. Der Vorteil ist: Das funktioniert bei einer Berührung mit dem nackten Finger, aber auch mit einem Handschuh, beispielsweise bei einem Einsatz im medizinischen Bereich. Resistive Touchscreens verbrauchen wenig Strom und sind günstig in der Anschaffung. Allerdings haben sie mit ca. 10 bis 17 Millionen Berührungen eine nur mittlere Lebensdauer und die leicht elastische, äussere Polyester-Oberfläche ist anfällig auf Kratzer. Vorwiegend kleinere und mittlere Bildschirme nutzen diese Technologie.

Infografik resistiver Touchscreen

Kapazitive Touchscreens

Bei kapazitiven Touchscreens ist nicht der Druck, sondern die Berührung an sich entscheidend. Eine solche ändert die Spannung des konstanten elektrischen Feldes, das auf eine leitfähige Schicht oberhalb der Glasplatte angebracht ist. Je nach Bauart lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Die oberflächen-kapazitive und die projiziert-kapazitive Technologie. Der Vorteil von kapazitiven Touchscreens ist die lange Lebensdauer – EIZO garantiert bei seinen Modellen mindestens 225 Millionen Berührungen sowie eine schnelle Berührungs-Reaktionszeit, die hohe Auflösung (Genauigkeit), die hohe optische Klarheit und eine hohe Resistenz gegenüber Staub, Wasser und Kratzern. Auch häufiges Reinigen ist deshalb kein Problem. Bei Bildschirmen mit der projiziert-resistiven Technologie ist zudem Multitouch möglich. Hingegen ist die Bedienung nur mit dem blossen Finger oder einem Stylus möglich, ausserdem sind kapazitive Touchscreens teuer in der Herstellung.

Infografik Oberflächen-kapazitiver Touchscreen

Oberflächen-kapazitive Touchscreens 

Die oberflächen-kapazitive Touchtechnik wird vor allem bei grossen Panels eingesetzt. Eine leitende Schicht wird auf eine Glasplatte angebracht. Mit Wechselstrom entsteht auf dieser eine konstante elektronische Spannung. Kommt es zu einer Berührung, wird die Spannung unterbrochen und die Berührungsstelle kann ermittelt werden. Der Vorteil von oberflächen-kapazitiven Touchscreens ist deren günstiger Preis. Hingegen ist Multitouch kaum möglich.

Projiziert-kapazitive Touchscreens 

Projiziert-kapazitive Touchpanels setzen sich aus zwei isoliert voneinander angebrachten Ebenen mit einem leitfähigen Muster zusammen. Dabei dient die eine Ebene als Sensor, die andere als Treiber. Bei einer Berührung ändert sich die elektrische Spannung des Kondensators und löst ein Signal aus. Der grösste Vorteil dieser Technik ist die Möglichkeit zum Multitouch. Deswegen wird sie in vielen Smartphones und Tablets verwendet. Bei grösseren Panels wird als leitfähige Schicht oft ein Gitter aus sehr dünnen elektronischen Leitungen gelegt (center-wire projected capacitive touch panels). Solche Bildschirme sind besonders berührungsempfindlich.

Infografik projiziert-kapazitiver Touchscreen

Touchscreen mit der Ultraschall-Technologie SAW

Infografik Touchscreen mit SAW

Touchpanels mit der Ultraschall-Technologie SAW (Surface Acoustic Wave) breiten auf der Oberfläche Vibrationen mittels Schallwellen aus. Der Benutzer bemerkt davon nichts. Bei einer Berührung mit der Hand oder einem Objekt kommt es zu einer Änderung der Schall-Amplitude und die Kontaktstelle kann ermittelt werden. Weitere Vorteile sind die hohe und klare Bilddarstellung. Dies ist möglich, weil zwischen Panel und Bildschirmoberfläche keine Zwischenschicht besteht. Ebenso sind solche Touchpanels im Vergleich zu Touchscreens mit anderen Techniken robuster gegen Kratzer. Und kommt es doch mal zu einem, so bleiben sie immer noch bedienbar. Touchpanels mit der SAW-Technik sind also äusserst langlebig, sehr stabil über die Zeit und sind einfach zu bedienen. Sie reagieren allerdings lediglich auf den Finger, maximal mit einem dünnen Handschuh bekleidet, oder auf einen speziellen Stylus, der die Schallwellen absorbiert. Kleine Substanzen wie Wassertropfen oder kleine Insekten können störend wirken. Allgemein gilt diese Technik als sehr vorteilhaft, insbesondere seit Fortschritte in der Herstellung eine Kostenreduktion erwirken konnten.

Vergleich der unterschiedlichen Touchscreen-Technologien

Die unterschiedlichen Techniken haben alle ihre Vor- und Nachteile. Qualitativ am Besten sind kapazitiv-projizierte Touchscreens. Doch sind sie in der Anschaffung auch am teuersten. Oberflächen-kapazitive Touchscreens sind immer weniger im Einsatz, deswegen sind sie in der Übersicht ausgeschlossen.

Vergleich Touchscreen-Techniken